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Ratgeber Wohnen

Was bedeutet nachhaltiges Wohnen?

Nachhaltiges Wohnen bedeutet mehr als eine tiefe Heizkostenabrechnung. Es verbindet Energieeffizienz, erneuerbare Energien, langlebige Materialien, einen sparsamen Umgang mit Wasser und Ressourcen sowie ein gesundes, bezahlbares und sozial verträgliches Wohnumfeld.

Autor: Nikita von Niederhäuser, Immobilienexperte UrbanHome Aktualisiert am: Lesezeit: ca. 19 Minuten

Kurz erklärt

Nachhaltiges Wohnen betrachtet den gesamten Lebenszyklus einer Wohnung oder eines Hauses: Standort, Bau, Materialien, Energieversorgung, Nutzung, Unterhalt, Umbau und späteren Rückbau. Eine gut gedämmte Gebäudehülle, eine effiziente und erneuerbare Heizung, sparsame Geräte und ein bewusster Alltag sind wichtige Bestandteile. Ebenso zählen ein gesundes Raumklima, langlebige und reparierbare Ausstattung, kurze Wege, Barrierefreiheit und langfristig tragbare Wohnkosten dazu. Für Eigentümerschaften stehen in der Schweiz Instrumente wie GEAK, Minergie, SNBS, Energieberatung und kantonale Förderprogramme zur Verfügung. Mietende können viele Verbrauchs- und Konsumentscheidungen selbst beeinflussen, benötigen für bauliche Veränderungen jedoch grundsätzlich die Zustimmung der Vermieterschaft.

Was versteht man unter nachhaltigem Wohnen?

Nachhaltiges Wohnen umfasst Wohnkonzepte und Verhaltensweisen, die Umweltbelastungen reduzieren, natürliche Ressourcen schonen und gleichzeitig eine gute Lebensqualität ermöglichen. Dabei geht es nicht nur um einzelne technische Anlagen, sondern um das Zusammenspiel von Gebäude, Bewohnerinnen und Bewohnern, Standort und langfristiger Nutzung.

Zu den zentralen Merkmalen gehören:

  • ein möglichst tiefer Energiebedarf,
  • eine effiziente Gebäudehülle,
  • eine fossilfreie oder möglichst emissionsarme Energieversorgung,
  • sparsame Nutzung von Strom, Wärme und Wasser,
  • langlebige, schadstoffarme und wiederverwendbare Materialien,
  • wenig Abfall und geschlossene Materialkreisläufe,
  • ein gesundes Innenraumklima,
  • Schutz vor sommerlicher Überhitzung,
  • eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr,
  • kurze Wege für Alltag, Schule und Arbeit,
  • barrierefreie und anpassbare Grundrisse,
  • langfristig tragbare Wohn- und Betriebskosten.

Nachhaltigkeit bedeutet daher nicht automatisch, möglichst viele neue technische Geräte einzubauen. Häufig ist es nachhaltiger, ein bestehendes Gebäude sinnvoll weiterzuentwickeln, funktionierende Bauteile zu erhalten und den tatsächlichen Bedarf zu reduzieren.

Nachhaltig ist nicht gleich neu: Ein Neubau kann sehr energieeffizient sein, benötigt für Erstellung, Materialien und Erschliessung jedoch ebenfalls Ressourcen. Bei bestehenden Gebäuden sollte deshalb geprüft werden, welche Bauteile erhalten, repariert oder gezielt verbessert werden können.

Die drei Dimensionen des nachhaltigen Wohnens

Ökologische Nachhaltigkeit

Die ökologische Dimension betrifft Energie, Klima, Rohstoffe, Wasser, Boden und Biodiversität. Ziel ist es, die negativen Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus zu reduzieren.

Beispiele:

  • Wärmedämmung und dichte Gebäudehülle,
  • erneuerbare Heizsysteme,
  • Photovoltaik und Solarwärme,
  • sparsame Haushaltsgeräte,
  • ressourcenschonende Baumaterialien,
  • Wiederverwendung von Bauteilen,
  • weniger versiegelte Flächen,
  • einheimische und standortgerechte Bepflanzung,
  • Regenwasserrückhalt und Schutz vor sommerlicher Hitze.

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit

Eine nachhaltige Wohnung oder ein nachhaltiges Haus sollte nicht nur bei der Erstellung, sondern über die gesamte Nutzungsdauer wirtschaftlich funktionieren. Dabei sind Anschaffungskosten, Energie, Unterhalt, Ersatzinvestitionen und Werterhalt gemeinsam zu betrachten.

Wichtige Punkte sind:

  • tiefe und planbare Betriebskosten,
  • langlebige Bauteile und Geräte,
  • gute Reparierbarkeit,
  • flexibel nutzbare Grundrisse,
  • realistische Unterhalts- und Sanierungsreserven,
  • geringe Abhängigkeit von einzelnen Energieträgern,
  • langfristige Vermiet- und Wiederverkaufsfähigkeit.

Soziale Nachhaltigkeit

Zur sozialen Nachhaltigkeit gehören Gesundheit, Sicherheit, Zugänglichkeit, Gemeinschaft und Bezahlbarkeit. Wohnraum ist dann langfristig nutzbar, wenn er sich an verschiedene Lebensphasen anpassen lässt.

Dazu zählen:

  • barrierearme oder barrierefreie Zugänge,
  • gute Tageslichtverhältnisse,
  • Schutz vor Lärm und Überhitzung,
  • schadstoffarme Innenräume,
  • sichere Aussen- und Gemeinschaftsbereiche,
  • Begegnungsräume und gute Nachbarschaft,
  • Wohnraum für unterschiedliche Haushaltsformen und Einkommen,
  • Nähe zu Schulen, Einkauf, medizinischer Versorgung und Erholung.
Dimension Zentrale Frage Beispiele
Ökologisch Wie stark werden Umwelt und Ressourcen belastet? Energiebedarf, Heizsystem, Materialien, Wasser, Biodiversität.
Wirtschaftlich Ist die Lösung über den gesamten Lebenszyklus tragbar? Betriebskosten, Unterhalt, Reparierbarkeit, Werterhalt.
Sozial Unterstützt der Wohnraum Gesundheit und Lebensqualität? Bezahlbarkeit, Barrierefreiheit, Raumklima, Sicherheit, Gemeinschaft.

Welche Regelungen und Instrumente gelten in der Schweiz?

Nachhaltiges Wohnen ist in der Schweiz nicht durch eine einzelne Vorschrift abschliessend definiert. Für Gebäude, Energie, Umwelt, Planung und Mietverhältnisse greifen verschiedene Regelungen ineinander.

Zu beachten sind insbesondere:

  • Bundesrecht zu Energie, Klima, Umwelt und Mietverhältnissen,
  • kantonale Energie- und Baugesetze,
  • kommunale Bau- und Zonenordnungen,
  • kantonale Förderprogramme,
  • Vorschriften für Denkmal- und Ortsbildschutz,
  • Reglemente der Stockwerkeigentümergemeinschaft,
  • Mietvertrag und Hausordnung.
Energievorschriften und Förderbedingungen unterscheiden sich je nach Kanton und teilweise nach Gemeinde. Ein Projekt sollte deshalb nicht allein aufgrund allgemeiner Schweizer Informationen geplant werden.

GEAK und GEAK Plus

Der Gebäudeenergieausweis der Kantone, kurz GEAK, ist die offizielle Energieetikette der Kantone. Er bewertet:

  • die Qualität der Gebäudehülle,
  • die Gesamtenergieeffizienz,
  • die direkten CO2-Emissionen.

Die Bewertung erfolgt in Klassen von A bis G. Der GEAK Plus enthält zusätzlich einen Beratungsbericht mit mehreren auf das Gebäude zugeschnittenen Modernisierungsvarianten. Er kann damit eine Grundlage für die Reihenfolge, Kostenabschätzung und langfristige Planung einer Sanierung bilden.

Minergie

Minergie ist ein Schweizer Baustandard für Komfort, Energieeffizienz und Klimaschutz bei Neubauten und Modernisierungen. Schwerpunkte sind unter anderem:

  • eine hochwertige Gebäudehülle,
  • ein kontrollierter Luftwechsel,
  • eine effiziente Gebäudetechnik,
  • erneuerbare Energieversorgung,
  • Nutzung des Potenzials der Solarenergie,
  • hoher Komfort im Sommer und Winter.

Neben dem Basisstandard bestehen weitergehende Standards und Zusatzprodukte, beispielsweise Minergie-P, Minergie-A und ECO.

Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz

Der Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz, kurz SNBS, betrachtet Gebäude ganzheitlich. Neben Umwelt und Energie berücksichtigt er auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Kriterien wie Nutzbarkeit, Lebenszykluskosten, Mobilität, Gestaltung und soziale Qualität.

Überblick über wichtige Instrumente

Instrument Schwerpunkt Geeignet für
GEAK Energetische Bewertung des Ist-Zustands in den Klassen A bis G. Orientierung beim Kauf, Verkauf oder vor einer Sanierung.
GEAK Plus Energieetikette mit Beratungsbericht und Sanierungsvarianten. Eigentümerschaften, die eine energetische Modernisierung planen.
Minergie Komfort, Energieeffizienz und Klimaschutz. Neubauten und umfassende Modernisierungen.
Minergie-P Besonders hochwertige Gebäudehülle und tiefer Energiebedarf. Projekte mit hohen Anforderungen an Effizienz und Komfort.
Minergie-A Sehr hohe Effizienz und weitgehende Eigenproduktion erneuerbarer Energie. Gebäude mit ambitioniertem Energie- und Klimakonzept.
ECO Gesundheit, ökologische Materialien und kreislauffähiges Bauen. Projekte mit zusätzlichen Anforderungen an Innenraum und Baustoffe.
SNBS Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft über den gesamten Lebenszyklus. Ganzheitlich geplante Gebäude und Areale.

Wie lässt sich energieeffizient wohnen?

Der Energiebedarf eines Wohngebäudes hängt stark von Gebäudehülle, Heizung, Warmwasser, Wohnfläche und Nutzerverhalten ab. Besonders wichtig ist, unnötige Energieverluste zuerst zu reduzieren und erst danach die Energieversorgung zu optimieren.

Gebäudehülle verbessern

Zur Gebäudehülle gehören insbesondere:

  • Fassade und Aussenwände,
  • Dach oder oberste Geschossdecke,
  • Boden gegen Keller oder Erdreich,
  • Fenster und Aussentüren,
  • Wärmebrücken und Gebäudefugen.

Eine gute Gebäudehülle reduziert den Heizbedarf, verbessert den Komfort und kann kalte Oberflächen, Zugluft sowie sommerliche Überhitzung vermindern. Einzelne Massnahmen sollten jedoch aufeinander abgestimmt werden. Neue dichte Fenster ohne angepasstes Lüftungskonzept können beispielsweise das Feuchtigkeitsverhalten verändern.

Stromverbrauch senken

Im Alltag helfen unter anderem:

  • LED-Beleuchtung,
  • effiziente und passend dimensionierte Geräte,
  • Geräte vollständig ausschalten statt dauerhaft im Stand-by betreiben,
  • Waschmaschine und Geschirrspüler gut füllen,
  • tiefe Waschtemperaturen nutzen, wenn hygienisch ausreichend,
  • Wäsche möglichst an der Luft trocknen,
  • Kühl- und Gefriergeräte richtig einstellen und regelmässig abtauen,
  • Kochtöpfe mit Deckel und passender Herdplatte verwenden,
  • Verbrauch über Abrechnungen oder Messgeräte beobachten.

Smart Home sinnvoll einsetzen

Digitale Thermostate, automatische Beschattung, Verbrauchsmessung und eine bedarfsgerechte Steuerung können helfen, Energie effizienter einzusetzen. Nachhaltig ist die Technik aber nur, wenn sie tatsächlich Verbrauch reduziert und nicht durch viele kurzlebige Geräte zusätzlichen Ressourcenbedarf erzeugt.

Vor der Anschaffung sollten geprüft werden:

  • erwartete Einsparung,
  • Kompatibilität und offene Standards,
  • Datenschutz und lokale Steuerungsmöglichkeiten,
  • Lebensdauer und Update-Versorgung,
  • Austauschbarkeit einzelner Komponenten,
  • manuelle Bedienbarkeit bei einem Systemausfall.

Nachhaltig heizen und Warmwasser erzeugen

Die passende Wärmeversorgung hängt von Gebäude, Dämmstandard, Grundstück, verfügbarer Infrastruktur und kantonalen Anforderungen ab. Nicht jedes System ist an jedem Standort gleich geeignet.

Mögliche erneuerbare Heizlösungen

System Stärken Zu prüfen
Erdsonden-Wärmepumpe Hohe Effizienz und gleichmässige Wärmequelle. Bohrbewilligung, Grundstück, Investition und geologische Eignung.
Luft-Wasser-Wärmepumpe Breit einsetzbar und ohne Erdsondenbohrung möglich. Schall, Aufstellort, Effizienz bei tiefen Temperaturen und Vorlauftemperatur.
Fernwärme Zentrale Wärmeversorgung und geringer Platzbedarf im Gebäude. Verfügbarkeit, Energieträger, Anschlusskosten und langfristige Tarife.
Holzheizung Erneuerbarer Energieträger und für bestimmte Gebäude gut geeignet. Luftreinhaltung, Lagerraum, Wartung und nachhaltige Herkunft.
Solarthermie Nutzung der Sonnenenergie für Warmwasser oder Heizungsunterstützung. Dachfläche, Ausrichtung, Speicher und Kombination mit dem Hauptsystem.
Photovoltaik mit Wärmepumpe Eigenproduktion von Strom und Kombination verschiedener Anwendungen. Zeitliche Abstimmung von Produktion und Verbrauch sowie Netzanschluss.

Richtig heizen

  • Raumtemperatur bedarfsgerecht einstellen,
  • wenig genutzte Räume nicht unnötig stark heizen,
  • Heizkörper nicht durch Möbel oder schwere Vorhänge verdecken,
  • Thermostatventile richtig nutzen,
  • Fenster bei eingeschalteter Heizung nicht dauerhaft kippen,
  • Roll- und Fensterläden nachts schliessen,
  • Heizkurve und Betriebszeiten fachgerecht einstellen lassen,
  • Heizung regelmässig warten und optimieren.

Warmwasser sparen

Warmwasser benötigt sowohl Wasser als auch Energie. Der Verbrauch lässt sich reduzieren durch:

  • kurzes Duschen statt häufiges Vollbad,
  • sparsame Duschbrausen und Armaturen,
  • tropfende Armaturen rasch reparieren,
  • Warmwasser nicht unnötig laufen lassen,
  • angemessene Speichertemperatur und fachgerechte Hygiene,
  • gut gedämmte Warmwasserleitungen,
  • verbrauchsnahe und richtig dimensionierte Systeme.

Gesundes Raumklima und schadstoffarmes Wohnen

Nachhaltiges Wohnen soll nicht nur Energie sparen, sondern auch die Gesundheit und den Komfort der Bewohnerinnen und Bewohner unterstützen.

Richtig lüften

In der Heizperiode ist kurzes Stoss- oder Querlüften in der Regel effizienter als dauerhaft gekippte Fenster. Dadurch wird die Raumluft ausgetauscht, ohne dass Wände und Möbel stark auskühlen.

Besonders gelüftet werden sollte:

  • nach dem Duschen und Baden,
  • beim Kochen,
  • nach dem Schlafen,
  • beim Wäschetrocknen in Innenräumen,
  • bei vielen Personen im selben Raum,
  • nach Renovierungs- oder Reinigungsarbeiten.

Feuchtigkeit und Schimmel vermeiden

Feuchtigkeit kann durch Nutzung, bauliche Schwachstellen, Wärmebrücken oder Wasserschäden entstehen. Auffällige Feuchtigkeit sollte nicht einfach überstrichen, sondern dokumentiert und abgeklärt werden.

Mietende sollten bei wiederkehrender Feuchtigkeit oder Schimmelbildung die Vermieterschaft beziehungsweise Verwaltung frühzeitig schriftlich informieren.

Schadstoffarme Materialien wählen

Bei Farben, Lacken, Bodenbelägen, Klebstoffen und Möbeln können Emissionen und Schadstoffe eine Rolle spielen. Sinnvoll sind:

  • emissionsarme Produkte,
  • deklarierte Inhaltsstoffe,
  • geeignete Umwelt- und Gesundheitslabel,
  • lösemittelarme Farben und Klebstoffe,
  • Produkte mit langer Lebensdauer,
  • ausreichendes Lüften nach Renovierungen,
  • fachgerechter Umgang mit Schadstoffen in älteren Gebäuden.

Sommerlicher Wärmeschutz

Nachhaltiger Wohnkomfort berücksichtigt auch zunehmend heisse Sommer. Effizienter als eine dauerhafte aktive Kühlung sind häufig:

  • aussenliegender Sonnenschutz,
  • frühes Schliessen von Rollläden oder Storen,
  • Lüften während kühler Nacht- und Morgenstunden,
  • helle Oberflächen und verschattete Fassaden,
  • Bäume und begrünte Aussenräume,
  • ausreichende Speichermasse,
  • energieeffiziente Ventilatoren,
  • eine bereits bei der Planung berücksichtigte Gebäudekühlung.

Materialien, Möbel und Kreislaufwirtschaft

Ein erheblicher Teil der Umweltbelastung eines Gebäudes entsteht bereits vor dem Einzug: bei Rohstoffgewinnung, Herstellung, Transport und Einbau. Diese Aufwendungen werden häufig unter dem Begriff graue Energie beziehungsweise graue Treibhausgasemissionen zusammengefasst.

Langlebigkeit vor kurzfristigem Trend

Bei Möbeln, Geräten und Bauteilen sollte deshalb nicht nur der Kaufpreis betrachtet werden. Wichtig sind:

  • Lebensdauer,
  • Reparierbarkeit,
  • Ersatzteilversorgung,
  • zeitloses und anpassbares Design,
  • Materialqualität,
  • Wiederverwendbarkeit,
  • Recyclingfähigkeit,
  • Schadstofffreiheit.

Bestehendes erhalten

Vor dem vollständigen Ersatz sollte geprüft werden, ob sich:

  • Möbel reparieren oder neu beziehen,
  • Küchenfronten statt der ganzen Küche ersetzen,
  • Holzböden abschleifen,
  • Türen und Einbauten weiterverwenden,
  • Bauteile aus einem Rückbau übernehmen,
  • Geräte reparieren oder aufbereiten

lassen.

Materialien bewusst wählen

Bei Neuanschaffungen oder Umbauten können regionale, erneuerbare, recycelte und gut trennbare Materialien Vorteile bieten. Entscheidend ist jedoch die gesamte Anwendung: Ein grundsätzlich ökologisches Material ist nicht nachhaltig, wenn es am falschen Ort rasch ersetzt werden muss.

Kreislauffähiges Bauen beginnt bereits bei der Planung. Verschraubte und trennbare Konstruktionen lassen sich häufig besser reparieren, umbauen und wiederverwenden als dauerhaft verklebte Materialverbunde.

Wasser sparen und Abfall vermeiden

Wassermanagement

Nachhaltiges Wassermanagement umfasst sowohl den Verbrauch im Haushalt als auch den Umgang mit Regenwasser auf dem Grundstück.

Praktische Massnahmen:

  • sparsame Armaturen und Duschbrausen,
  • effiziente Wasch- und Spülmaschinen,
  • Leckagen und tropfende Wasserhähne rasch reparieren,
  • Wasch- und Spülmaschinen gut auslasten,
  • Garten während kühler Tageszeiten bewässern,
  • standortgerechte Pflanzen mit geringem Wasserbedarf wählen,
  • Regenwasser dort nutzen, wo dies technisch, hygienisch und rechtlich geeignet ist,
  • Versickerungsflächen und begrünte Bereiche erhalten.

Abfallhierarchie beachten

Abfalltrennung und Recycling sind wichtig. Noch nachhaltiger ist es jedoch, Abfall gar nicht erst entstehen zu lassen.

  1. Verbrauch vermeiden oder reduzieren.
  2. Produkte möglichst lange verwenden.
  3. Reparieren und aufbereiten.
  4. Weitergeben, verkaufen oder teilen.
  5. Materialien korrekt sammeln und recyceln.
  6. Reststoffe fachgerecht entsorgen.

In der Schweiz unterscheiden sich Sammelsysteme und Gebühren teilweise nach Gemeinde. Informationen zur korrekten Entsorgung sollten deshalb lokal geprüft werden.

Lage, Mobilität und Wohnfläche

Die Nachhaltigkeit einer Wohnung endet nicht an der Fassade. Auch die Lage beeinflusst den Energie- und Ressourcenverbrauch des Alltags.

Kurze Wege

Eine gut erschlossene Lage kann Wege verkürzen und den Verzicht auf ein zusätzliches Auto erleichtern. Wichtig sind:

  • Nähe zum öffentlichen Verkehr,
  • sichere Fuss- und Velowege,
  • Einkaufsmöglichkeiten im Alltag,
  • Schulen und Kinderbetreuung,
  • Arbeitsplätze und Dienstleistungen,
  • medizinische Versorgung,
  • Naherholungs- und Grünräume.

Wohnfläche passend wählen

Eine sehr grosse Wohnfläche benötigt meist mehr Material, Heizenergie, Reinigung und Unterhalt. Nachhaltig ist eine Wohnungsgrösse, die zum tatsächlichen Bedarf passt und sich möglichst flexibel an veränderte Lebensphasen anpassen lässt.

Gemeinschaftlich nutzen

Geteilte Räume und Gegenstände können den individuellen Flächen- und Ressourcenbedarf reduzieren. Beispiele sind:

  • Gemeinschaftsräume,
  • Gästezimmer zur gemeinsamen Nutzung,
  • Werkstätten und Werkzeugpools,
  • Carsharing und gemeinsam genutzte Lastenvelos,
  • gemeinsame Gärten,
  • Wasch- und Trockenräume,
  • Tausch- und Reparaturangebote.

Wie können Mietende nachhaltig wohnen?

Auch ohne eigene Heizung oder Sanierungsentscheidungen können Mieterinnen und Mieter den Verbrauch und die Wohnqualität beeinflussen.

Massnahmen ohne baulichen Eingriff

  • Raumtemperatur bedarfsgerecht einstellen,
  • richtig und kurz lüften,
  • Warmwasserverbrauch reduzieren,
  • effiziente Leuchtmittel verwenden,
  • Stromverbrauch beobachten,
  • Geräte lange nutzen und reparieren,
  • Abfall vermeiden und korrekt trennen,
  • Secondhand- und Mietangebote nutzen,
  • ÖV, Velo und Fusswege bevorzugen,
  • bei Neuvermietung Nebenkosten und Energiestandard prüfen.

Verbrauch und Nebenkosten kontrollieren

Vergleichen Sie den Verbrauch über mehrere Abrechnungsperioden. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass Heizenergie unter anderem von Wetter, Belegung und Anwesenheit abhängt.

Auffällige Veränderungen können Hinweise geben auf:

  • falsch eingestellte Anlagen,
  • defekte Thermostatventile,
  • Leckagen,
  • ungewöhnlich hohen Warmwasserverbrauch,
  • fehlerhafte Messgeräte oder Abrechnungen,
  • veränderte Nutzung.

Bauliche Veränderungen nur mit Zustimmung

Nach Artikel 260a OR dürfen Mietende Erneuerungen und Veränderungen an der Mietsache grundsätzlich nur vornehmen, wenn die Vermieterschaft schriftlich zugestimmt hat.

Vorher abgeklärt werden sollten deshalb beispielsweise:

  • fest installierte Solaranlagen,
  • Veränderungen an Fassade oder Balkon,
  • Bohrungen und elektrische Installationen,
  • neue Boden- oder Wandaufbauten,
  • Veränderungen an Heizung oder Lüftung,
  • Ladestationen für Elektrofahrzeuge,
  • bauliche Beschattungssysteme.

Zusätzlich können Bewilligungen, Sicherheitsnachweise oder die Zustimmung einer Stockwerkeigentümergemeinschaft erforderlich sein.

Energetische Sanierung und Mietzins

Energetische Verbesserungen durch die Vermieterschaft können teilweise wertvermehrenden Charakter haben. Daraus kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine Mietzinsanpassung entstehen. Nicht automatisch die gesamte Investition gilt jedoch als Wertvermehrung.

Mietende sollten bei einer Erhöhung prüfen:

  • das vorgeschriebene Formular,
  • die Begründung,
  • den Zeitpunkt der Erhöhung,
  • die Aufteilung zwischen Unterhalt und Wertvermehrung,
  • berücksichtigte Förderbeiträge,
  • die Berechnung und Anfechtungsfrist.

Wie planen Eigentümerschaften eine nachhaltige Sanierung?

Eine energetische Sanierung sollte als abgestimmtes Gesamtsystem geplant werden. Werden einzelne Bauteile ohne Gesamtkonzept ersetzt, können spätere Massnahmen unnötig teuer oder technisch kompliziert werden.

Sinnvolle Reihenfolge

  1. Verbrauchsdaten und Gebäudezustand erfassen.
  2. Energieberatung oder GEAK Plus erstellen lassen.
  3. Dringende Schäden und Unterhaltsbedarf bestimmen.
  4. Langfristige Ziele für Nutzung und Energieversorgung festlegen.
  5. Gebäudehülle, Heizung, Solarenergie und Lüftung gemeinsam planen.
  6. Varianten nach Investition, Betriebskosten und Klimawirkung vergleichen.
  7. Kantonale und kommunale Vorschriften prüfen.
  8. Förderbedingungen vor Auftragsvergabe beziehungsweise Baubeginn klären.
  9. Finanzierung, Steuerfolgen und Reserven abstimmen.
  10. Massnahmen fachgerecht ausführen und dokumentieren lassen.
  11. Anlagen korrekt in Betrieb nehmen und optimieren.
  12. Verbrauch und Wirkung nach der Sanierung kontrollieren.

Fördergelder frühzeitig prüfen

Das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen sowie weitere kantonale oder kommunale Programme können energetische Massnahmen unterstützen. Welche Förderung verfügbar ist, hängt vom Standort und der konkreten Massnahme ab.

Mögliche Förderbereiche sind je nach Kanton:

  • Wärmedämmung,
  • erneuerbare Heizsysteme,
  • umfassende energetische Sanierungen,
  • Minergie- oder GEAK-basierte Projekte,
  • Energieberatung,
  • Solarenergie,
  • Wärmenetze und Gebäudetechnik.
Fördergesuch rechtzeitig einreichen: Bei vielen Programmen muss die Förderfähigkeit vor dem Beginn der Arbeiten oder vor der verbindlichen Auftragserteilung geklärt werden. Wer zuerst baut und erst danach ein Gesuch stellt, kann den Förderanspruch verlieren.

Stockwerkeigentum

Bei Stockwerkeigentum betreffen Gebäudehülle, Heizung, Dach, Photovoltaik, Fenster und gemeinsame Anlagen häufig gemeinschaftliche Bauteile. Massnahmen müssen daher rechtzeitig vorbereitet und nach den Regeln der Gemeinschaft beschlossen werden.

Hilfreich sind:

  • ein langfristiger Sanierungsplan,
  • ausreichender Erneuerungsfonds,
  • GEAK oder Energieberatung als gemeinsame Entscheidungsgrundlage,
  • transparent dargestellte Kosten und Einsparungen,
  • Varianten für Etappierung und Finanzierung,
  • frühzeitige Prüfung der erforderlichen Mehrheiten.

Welche Massnahmen lohnen sich besonders?

Eine nachhaltige Lösung sollte nicht nur nach ihrer Anschaffung, sondern nach Wirkung, Lebensdauer, Unterhalt und tatsächlichem Bedarf beurteilt werden.

Aufwand Beispiele Wirkung
Ohne oder mit sehr tiefen Kosten Richtig heizen und lüften, Licht ausschalten, Geräte vollständig abschalten, Warmwasser sparen. Sofort umsetzbar und direkt verbrauchsrelevant.
Kleine Investition LED, sparsame Duschbrause, Thermostate, Mehrfachsteckdosen, Reparaturen und Dichtungen. Kann Energie- und Wasserverbrauch mit überschaubarem Aufwand senken.
Mittlere Investition Effiziente Geräte, Beschattung, Heizungsoptimierung, einzelne Dämmmassnahmen. Verbessert Betriebskosten und Komfort.
Grosse Investition Gebäudehülle, Fenster, Wärmepumpe, Fernwärmeanschluss, Photovoltaik oder Gesamtsanierung. Langfristig hohe Wirkung, erfordert aber ein Gesamtkonzept.

Lebenszykluskosten vergleichen

Vergleichsvorlage

Massnahme:                         [Bezeichnung]
Investitionskosten:                CHF [Betrag]
Förderbeiträge:                    CHF [Betrag]
Steuerliche Wirkung:               [Abklärung]
Nutzungsdauer:                     [Jahre]
Jährlicher Unterhalt:              CHF [Betrag]
Erwartete Energieeinsparung:       [kWh / CHF]
Erwartete Wasserersparnis:         [Liter / CHF]
Ersatzteile verfügbar:             [ja / nein]
Reparierbarkeit:                   [gut / mittel / gering]
Auswirkung auf Komfort:            [Beschreibung]
Auswirkung auf Gebäudewert:        [Beschreibung]
Abhängigkeit von Energiepreisen:   [hoch / mittel / gering]
Rückbau und Recycling:             [Beschreibung]

Häufige Fehler beim nachhaltigen Wohnen

  • nur auf einzelne Geräte statt auf das Gesamtsystem achten,
  • eine funktionierende Ausstattung allein wegen eines neuen Effizienzlabels ersetzen,
  • bei einer Sanierung Gebäudehülle und Heizsystem getrennt planen,
  • dauerhaft gekippte Fenster als Lüftung nutzen,
  • zu hohe Raumtemperaturen mit geöffneten Fenstern regulieren,
  • Smart-Home-Technik ohne klaren Nutzen und langfristige Unterstützung kaufen,
  • Förderbedingungen erst nach Baubeginn prüfen,
  • graue Energie und Lebensdauer ignorieren,
  • Wohnfläche und Mobilität aus der Nachhaltigkeitsbetrachtung ausklammern,
  • Gesundheit, Lärm und sommerlichen Wärmeschutz vernachlässigen,
  • bauliche Veränderungen in einer Mietwohnung ohne schriftliche Zustimmung vornehmen,
  • Werbeaussagen wie „klimaneutral“ oder „ökologisch“ ungeprüft übernehmen.

Rebound-Effekt beachten

Effizienz kann einen Teil ihrer Wirkung verlieren, wenn sie zu mehr Verbrauch führt. Beispiele:

  • Nach der Dämmung wird die Raumtemperatur deutlich erhöht.
  • Ein effizientes Gerät wird häufiger oder länger genutzt.
  • Tiefe Betriebskosten führen zu einer grösseren Wohnfläche.
  • Solarstrom wird als Grund für zusätzlichen Stromverbrauch verstanden.

Nachhaltiges Wohnen kombiniert deshalb Effizienz mit einem bewussten und angemessenen Verbrauch.

Praktische Beispiele

Beispiel 1: Mietwohnung ohne Umbau

Ein Haushalt senkt die Raumtemperatur bedarfsgerecht, lüftet kurz statt dauerhaft über Kippfenster, ersetzt Leuchtmittel durch LED und reduziert den Warmwasserverbrauch. Die Massnahmen benötigen keine baulichen Veränderungen.

Beispiel 2: Heizungsersatz ohne Gesamtkonzept

Eine Eigentümerschaft möchte die fossile Heizung sofort ersetzen. Die Energieberatung zeigt jedoch, dass zunächst einzelne Schwachstellen der Gebäudehülle behoben werden sollten. Dadurch kann die neue Heizung kleiner dimensioniert werden.

Beispiel 3: GEAK Plus als Grundlage

Ein älteres Mehrfamilienhaus wird mit einem GEAK Plus beurteilt. Die Eigentümerschaft erhält mehrere Sanierungsvarianten und kann Dämmung, Fenster, Heizung und Photovoltaik zeitlich und finanziell koordinieren.

Beispiel 4: Küche erhalten statt ersetzen

Die Korpusse einer Küche sind weiterhin stabil. Statt eines vollständigen Ersatzes werden Fronten, Beschläge und einzelne Geräte erneuert. Dadurch werden Materialverbrauch und Bauabfall reduziert.

Beispiel 5: Nachhaltige Wohnlage

Eine etwas kleinere Wohnung in Bahnhofsnähe ermöglicht dem Haushalt, auf ein zweites Auto zu verzichten. Trotz kleinerer Wohnfläche steigt die Lebensqualität durch kurze Wege und eine gute Alltagsinfrastruktur.

Beispiel 6: Sommerlicher Wärmeschutz

Statt eines mobilen Klimageräts werden aussenliegende Storen, Nachtlüftung und ein effizienter Ventilator genutzt. Die Räume bleiben angenehmer, ohne dass der Stromverbrauch stark steigt.

Schritt für Schritt nachhaltiger wohnen

  1. Energie-, Wasser- und Wohnkosten der letzten Jahre erfassen.
  2. Die grössten Verbrauchs- und Komfortprobleme bestimmen.
  3. Sofortmassnahmen ohne Investition umsetzen.
  4. Geräte, Möbel und Bauteile vor einem Ersatz auf Reparierbarkeit prüfen.
  5. Als Mietpartei bauliche Wünsche früh mit der Vermieterschaft klären.
  6. Als Eigentümerschaft Gebäudezustand und Energieeffizienz professionell beurteilen lassen.
  7. GEAK Plus, Energieberatung oder vergleichbare Planungshilfe prüfen.
  8. Gebäudehülle, Heizung, Warmwasser, Solarenergie und Lüftung gemeinsam planen.
  9. Kantonale Vorschriften und Förderbedingungen vor Projektbeginn abklären.
  10. Varianten nach Lebenszykluskosten statt nur nach Anschaffungspreis vergleichen.
  11. Gesundheit, sommerlichen Wärmeschutz und Barrierefreiheit einbeziehen.
  12. Nach der Umsetzung Verbrauch und tatsächliche Wirkung kontrollieren.

Checkliste: Wie nachhaltig ist mein Zuhause?

Energie und Gebäude

Innenraum und Gesundheit

Materialien und Konsum

Wasser, Lage und Alltag

Häufige Fragen zum nachhaltigen Wohnen

Nachhaltiges Wohnen verbindet einen tiefen Energie- und Ressourcenverbrauch mit erneuerbaren Energien, langlebigen Materialien, einem gesunden Raumklima, guter Erreichbarkeit und einer langfristig bezahlbaren sowie sozial verträglichen Wohnform.

Nein. Ein Minergie-Label macht bestimmte Anforderungen an Komfort, Energieeffizienz und Klimaschutz überprüfbar. Auch ein Gebäude ohne Label kann jedoch nachhaltig betrieben oder energetisch verbessert werden.

Der Gebäudeenergieausweis der Kantone ist die offizielle Energieetikette der Kantone. Er bewertet die Qualität der Gebäudehülle, die Gesamtenergieeffizienz und die direkten CO2-Emissionen in den Klassen A bis G.

Der GEAK zeigt den energetischen Ist-Zustand eines Gebäudes. Der GEAK Plus enthält zusätzlich einen Beratungsbericht mit auf das Gebäude abgestimmten Varianten für eine energetische Modernisierung.

Mietende können richtig heizen und lüften, Strom und Warmwasser sparen, langlebige Möbel nutzen, Abfall vermeiden, Geräte effizient einsetzen und die Vermieterschaft auf energetische Verbesserungsmöglichkeiten hinweisen.

Erneuerungen und Veränderungen an der Mietsache dürfen grundsätzlich nur mit schriftlicher Zustimmung der Vermieterschaft vorgenommen werden. Zusätzlich können bau-, sicherheits- oder eigentumsrechtliche Bewilligungen erforderlich sein.

Welche Lösung geeignet ist, hängt vom Gebäude, vom Standort und vom verfügbaren Energienetz ab. Häufig kommen Wärmepumpen, erneuerbare Fernwärme, Solarenergie oder nachhaltig betriebene Holzheizungen infrage.

Die Raumtemperatur sollte bedarfsgerecht eingestellt, Heizkörper sollten freigehalten und Kippfenster vermieden werden. Kurzes Stoss- oder Querlüften ist in der Heizperiode effizienter als dauerhaft gekippte Fenster.

Graue Energie bezeichnet die Energie, die für Gewinnung, Herstellung, Transport, Einbau, Ersatz und Entsorgung von Baustoffen, Möbeln oder Geräten benötigt wird. Langlebigkeit, Reparatur und Wiederverwendung können diesen Aufwand reduzieren.

Ja. Bund und Kantone unterstützen über verschiedene Programme energetische Massnahmen. Förderumfang, Bedingungen und Verfahren unterscheiden sich je nach Kanton und sollten vor Projekt- oder Baubeginn geprüft werden.

Energetische Verbesserungen können teilweise als wertvermehrende Investitionen berücksichtigt werden. Eine Mietzinserhöhung muss jedoch die mietrechtlichen und formellen Voraussetzungen erfüllen und nachvollziehbar begründet werden.

Eine kleinere Wohnfläche pro Person benötigt häufig weniger Energie und Material. Entscheidend bleiben jedoch auch Gebäudezustand, Heizung, Lage, Mobilität, Nutzung, Belegung und die Lebensdauer der Ausstattung.

Zusammenfassung

Nachhaltiges Wohnen verbindet ökologische, wirtschaftliche und soziale Ziele. Eine effiziente Gebäudehülle, erneuerbare Wärmeversorgung, sparsamer Strom- und Wasserverbrauch sowie langlebige und schadstoffarme Materialien reduzieren die Umweltbelastung. Gleichzeitig gehören ein gesundes Raumklima, sommerlicher Wärmeschutz, Barrierefreiheit, bezahlbare Betriebskosten und eine gut erschlossene Lage dazu. Mietende können durch ihr Verhalten und bewusste Konsumentscheidungen viel bewirken, benötigen für bauliche Veränderungen jedoch grundsätzlich die schriftliche Zustimmung der Vermieterschaft. Eigentümerschaften sollten Sanierungen auf Grundlage einer Gesamtplanung durchführen, GEAK, Minergie und Förderprogramme prüfen und nicht nur den Anschaffungspreis, sondern den gesamten Lebenszyklus berücksichtigen.

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